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Molekularbiologie am Deutzer Gymnasium Schaurtestraße in Köln

Am Gymnasium Schaurtestraße in Köln-Deutz ist es schon Tradition, dass Biologiekurse molekularbiologische Techniken im Unterricht ihrer eigenen Schule nicht nur theoretisch erlernen, sondern auch im laufenden Unterricht  praktisch durchführen.

Erbanlagen verändert!
Im Januar wurde der Übungsraum der Biologie für eine Woche zum molekularbiologischen Labor. Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Biologie Q1 schleusten in das  Darmbakterium E.coli ein Gen, das es  vorher nicht besaß, das sogenannte Lac-Z Gen. Dazu musste das Gen zuerst in ein Plasmid eingefügt werden, das mit einer „genetischen Schere“, einem Restriktionsenzym, von den Schüler(innen) aufgeschnitten worden war. Nachdem das Plasmid das Gen aufgenommen hatte, wurde es auf die Bakterien übertragen, die dann über Nacht im Brutschrank auf von den Schüler(innen) selbst hergestellten Agarplatten  zu Kolonien heranwuchsen. Das hinzugefügte Gen bewirkte, dass die Bakterien nun einen blauen Farbstoff aus einer farblosen Vorstufe  herstellen konnten. Waren die Kolonien weiß, war ein Plasmid ohne das betreffende Gen aufgenommen worden.
Zur Kontrolle wurde D N A von Plasmiden mit und ohne Lac-Z Gen einer Gelelektrophorese unterworfen. Das Elektrophoresegel war auch selbst hergestellt worden. Die Geltaschen „ unter Wasser“ mit D N A  zu befüllen stellte noch einmal eine besondere feinmotorische Herausforderung dar.
Am Morgen des letzten Tages des Versuchs konnten wir es kaum erwarten, in den Brutschrank, in dem sich unsere hoffentlich genmanipulierten  Bakterien befanden, zu schauen! Die Freude war groß, als alle Gruppen blaue und weiße Kolonien auf ihren Agarplatten vorfanden.

Zusätzliche Bemerkungen:
Für die Schüler sind dies natürlich  sehr erlebnisreiche, spannende  und auch anspruchsvolle Projekte. Die notwendigen Materialien wie Bakterien , Restriktionsenzyme, Plasmide und vieles mehr müssen jeweils frisch gekauft, Labormaterialien ergänzt und vervollständigt werden. Die Unterstützung durch den Förderbeitrag der Firma LANXESS hat das diesjährige Projekt im Leistungskurs erst möglich gemacht.
( Die genaue Beschreibung des Versuchs findet man im Internet unter dem Stichwort Blue Genes Versuch)

Bericht: Margaret Funke-Schumacher